- Allgemeine Informationen zur Schule und zur Anlage
- Allgemeine Fragen zur technischen Ausstattung und Betreuung der Anlage
- Pädagogische Nutzung der Anlage
- Ziele und Hemmnisse bei der Errichtung der Anlage
- Beschreibung der Anlage
- Hinweise und Wünsche
- Kontaktdaten für die Teilname am Wettbewerb
Schul- und Anlageninformationen
Bei der Mehrheit der Schulen (n=33 von 49 Schulen, Frage 1.4) ist der Schulträger der Eigentümer der Anlage. Als Alternative zur Schulträgerschaft sind eigentlich nur Träger- oder Fördervereine nennenswert repräsentiert mit n=8. Wie nicht anders zu erwarten, haben die meisten Schulen nur eine Anlage (41 von 49 Schulen, Frage 1.5). Interessant ist jedoch, dass bei den Schulen, die mehr als eine Anlage haben, die Schulträger als Eigentümer prozentual unterrepräsentiert sind. Bei vier Schulen mit mehr als einer Anlage sind fünfmal die Eigentümer Träger- und Fördervereine bzw. eine Schülerfirma und nur bei dreien sind es die Schulträger selber. Dieses Indiz könnte dafür sprechen, dass alternative Eigentumsformen als durch den Schulträger eher dazu tendieren, die Fotovoltaik kontinuierlich auszubauen. Die Anlagen sind zumeist als Dachanlagen konstruiert (Frage 5.1) und stammen überwiegend aus den Jahren 2000 bis 2006 (Frage 5.2). Die häufigste Anlagengröße liegt zwischen 1 und 2 kWp (Frage 5.3). Zumeist erfolgt eine Einspeisung in das Stromnetz der regionalen Versorger (Frage 5.4). Aufgrund der baulichen Gegebenheiten sind die Anlagen meist nicht- bzw. schwierig sichtbar (Frage 5.5), aber ein größerer Teil der Anlagen ist dennoch frei bzw. mit Lehrkräften für die Schüler zugänglich (23 von 47, Frage 5.6). Die Finanzierung der Anlagen erfolgte vor allem durch den Schulträger oder den regionalen Energieversorger (46 von 58 Antworten, Frage 5.7a). Weitere wesentliche Beiträge stammen vom Bund oder Land (14 von 51 Antworten, Frage 5.7b) und dem Schulträger oder Energieversorger (je 7 mal). Zwei weitere nennenswerte Finanzierungsquellen waren Spenden oder Schulvereine (8 von 51) sowie die Eigenleistung (7 von 51).
Technische Ausstattung und Betreuung der Anlagen
Die technische Ausstattung rund um die Anlage ist bei den meisten Schulen verbesserungsbedürftig (Fragen 2.1 bis 2.5). Bei vielen Schulen fehlen Displays, Schautafeln und andere Informationsangebote. Auch die Datenerfassung ist defizitär, vielfach fehlt die Software. Gerade diese ist wichtig, um den Schülern im Unterricht praxisnahes Material zur Verfügung zu stellen.
Positiv zu bewerten ist, dass die technische Betreuung zumeist sichergestellt ist, auch wenn Lehrkräfte meistens dafür verantwortlich sind (Frage 2.8). Bei der pädagogischen Betreuung hingegen sind Defizite erkennbar, auch wenn meist zumindest ein Fachlehrer zuständig ist (Frage 2.10). Bei 10 von 35 Antworten ist jedoch niemand zuständig bzw. es ist unbekannt, wer zuständig ist. Wenn man bedenkt, dass sich an der Befragung überwiegend aktive oder sehr aktive Schulen beteiligt haben, bedeutet dies, dass die pädagogische Betreuung der Anlagen eines der zentralen Defizite ist. Nur ein geringer Anteil der fachlich pädagogischen Betreuer haben Qualifizierungsmaßnahmen zur Betreuung der Anlage wahrgenommen (7 von 32). Bei 8 Schulen war dies nicht notwendig. Interessant ist, dass 7 von 32 Schulen geantwortet haben, dass es keine entsprechenden Angebote gegeben hat.

Abb.: Optimierung des Wechselrichters an der Theresienschule
Pädagogische Nutzung der Anlagen
Eine kontinuierliche Einbindung in den regulären Unterricht ist eher seltener der Fall (Frage 3.2). In keiner Schule ist dies kontinuierlich für alle Klassen der Fall (n=35). Bei 7 Schulen ist die Einbindung für viele Klassen der Fall. Selten wird die Anlage für einige Klassen bei 15 Schulen der Fall. Bei 12 Schulen erfolgt keine Einbindung in den Unterricht. Immerhin werden die Anlagendaten häufiger genutzt (Frage 3.1), zum Beispiel für den Unterricht (15 von 25 Antworten) oder andere Zwecke wie Schüler-AGs (8 von 25). Nur in 9 Fällen erfolgte keine Nutzung der Anlagendaten für den Unterricht. Die weitere Nutzung der Anlagen (Frage 3.3) erfolgt zumeist von Schüler-AGs oder für Projektwochen (22 von 47 Antworten). Bei 12 von 47 Antworten wurde jedoch „keine Nutzung“ der Anlage angekreuzt. Daraus folgt, dass die pädagogische Nutzung der Anlagen und Anlagendaten durchaus verbessert und stärker in den Unterricht bzw. in Projekte eingebunden werden kann.
Die tatsächliche pädagogische Nutzung der Anlagen ist jedoch sehr vielfältig (Frage 3.4 und 3.6). Wie nicht anders zu erwarten, wird die Anlage vor allem im Physikunterricht bzw. in den Naturwissenschaften, Informatik sowie WAT (Werken-Arbeiten-Technik) verwendet. Die Nutzung der Anlage als Anschauungs- oder Demonstrationsobjekt nimmt gleichfalls einen großen Teil der Antworten ein (9 Antworten). Ein dritter Schwerpunkt liegt in der Nutzung der Anlage für Projekte bzw. Projektwochen (7 Antworten). Andere Fächer berücksichtigen jedoch kaum die Nutzung der Anlage.
Befragt man die Schulen hinsichtlich einer Selbsteinschätzung der pädagogischen Nutzung, so ergeben sich sehr schlechte Werte (Frage 3.7). 27 von 35 Schulen bewerteten die pädagogische Nutzung als eher nicht so gut oder als schlecht. Nur 7 von 35 bewerteten sie als gut. Dieses Ergebnis drückt deutlich die Unzufriedenheit der Schule aus. Die Ursachen dieser Bewertung (Frage 3.9) liegen vor allem in dem fehlenden pädagogischen Konzept (12 von 41 Antworten) und dem Desinteresse der KollegInnen (9 Antworten). Technisch-bauliche Ursachen werden 8 mal (schlechter Standort / keine Zugänglichkeit) bzw. 3 mal (zu häufig defekt) benannt. Weitere Defizite sind die Qualifikation und der Zeitmangel der Betreuer (7 mal). Konsequenterweise gibt es eine Vielzahl von Vorschlägen. Hierbei stechen Vorschläge zur besseren technischen Ausstattung (30 von 41 mal: Display, Schautafel, Software) hervor. Allerdings wurde nur fünfmal ein besseres pädagogisches Konzept benannt, obwohl dies in der Frage 3.9 als wichtigster Grund für die unzureichende Nutzung benannt wurde.

Abb.: Inspektion vor dem Aufbau an der Motessori-Schule
Ziele für die Errichtung der Anlage und Hemmnisse
Als Ziele für die Errichtung der Anlage (Frage 4.2) sind insbesondere die Beschaffung einer Demonstrationsanlage (Zustimmungsgrad 95%) und die Nutzung für pädagogische Zwecke (Zustimmungsgrad 90%) besonders wichtig. An dritter Stelle mit ca. 80 % Zustimmung ist das „grüne Image“ der Schule. Die Selbsteinschätzung nach der Erreichung der Ziele (Frage 4.3) ergab, dass ca. zwei Drittel der Auffassung sind, dass die Ziele ganz oder zum großen Teil erreicht worden sind. Nur ein kleiner Teil (8 von 34) meint, dass die Ziele eher nicht oder nicht erreicht wurden. Die Ziele stimmen mit den Angaben von Frage 3.4 zur tatsächlichen Nutzung, wo die Einbeziehung in den Unterricht bzw. Projekte und Demonstrationen überwiegen, überein. Diese Auffassung, dass die Ziele zum großen Teil erreicht wurden, steht in einem gewissen Widerspruch zur Bewertung der Nutzung der PV-Anlage (s.o) unter der Berücksichtigung, dass die pädagogischen Zwecke und die Demonstration der PV-Technik die wichtigsten Ziele bei der Beschaffung waren. Hemmnisse gab es zumeist nicht, wie die Antworten auf die Frage 4.6 zeigten. Das wichtigste Problem umfasste die Bausubstanz bzw. die Statik, welches immerhin zu ca. 30 % (8 von 29 Antworten) als Hemmnis angegeben wurde. Mit ca. 20 % wurden Probleme bei der Finanzierung bzw. unzureichende Informationen für die Errichtung der Anlage benannt.
Zusammenfassung
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Ergebnisse zum Teil den Forschungshypothesen entsprachen. Dies betrifft vor allem die Thesen:
- dass die Anlagen eher seltener in den Schulalltag in der Breite eingebettet sind,
- dass die Anlagen vielfach für Projekte, Projektwochen und von Schüler-AG’s genutzt werden,
- dass die Anlagen vor allem im Fach Physik genutzt werden,
- dass die Anlageninformationen und die technische Ausstattung zur Nutzung der Anlage unzureichend sind und
- dass die pädagogischen Konzepte unzureichend sind.
Überraschend hingegen war, dass Hemmnisse bei der Errichtung nur eine geringe Rolle spielten und dass die Ziele aus Sicht der Befragten eher erreicht worden sind. Hierbei besteht aber noch Klärungsbedarf. Entsprechend der Eigenbewertung gaben die Befragten an, dass die Ziele weitgehend erreicht wurden (Frage 4.2). Als Ziele wurden u.a. die pädagogische Nutzung genannt. Diese wurde jedoch in der Frage 3.7 als schlecht bewertet. Es ist denkbar, dass die Schulen hierbei einem Trugschluss unterliegen. Die tatsächliche Nutzung der PV-Anlage ist zumeist im Vergleich mit anderen Unterrichtsmaterialien deutlich geringer, da sie kaum jemals als explizites Unterrichtsmaterial beschafft wurden. Die Nutzung wird deshalb möglicherweise als pädagogisch weniger nützlich bewertet. Wenn die Schulen sie dann doch tatsächlich nutzen - ohne einen Vergleich zu haben, was man mit der Anlage alles machen kann – können sie zur Auffassung gelangen, sie würden den pädagogischen Nutzen praktisch gut ausschöpfen.


