Die mangelhafte pädagogische Nutzung der schulischen Solaranlagen hat vielfach auch objektive technische, bauliche und pädagogische Gründe. Das Forschungsprojektes Solarsupport umfasste deshalb zweierlei Ziele:
- Zum einen kann eine mangelhafte Nutzung schulischer Solaranlagen an technischen Spezifikationen liegen, die der optimalen kommunikativen und öffentlichkeitswirksamen Nutzung der Anlage im Wege stehen. Hierbei kann es sich u.a. um Defizite in der Datenauslesung aus Wechselrichter oder Datenmessung direkt an kleinen Anlagen, der Datenübertragung (z.B. in den Physikraum der Schule), den Programmen zur Datenauswertung im Unterricht oder einem fehlenden Display für Leistung und Ertrag der Anlage handeln. Größere technische Mängel wie z.B. defekte Module oder die bauliche Lage der Anlage hingegen lassen sich im Rahmen des Moduls nicht beheben.
- Zum anderen kann die mangelhafte Nutzung schulischer Solaranlagen in pädagogischen Gründen liegen wie z.B. einem fehlenden Unterrichtskonzept oder Unkenntnis der Betreuer über die pädagogischen Nutzungsmöglichkeiten der Anlage. Diesem Defizit soll mit der Entwicklung von Unterrichtseinheiten entgegengewirkt werden.
Die Auswahl der Schulen, deren Anlagen optimiert wurden, erfolgte auf Basis der schriftlichen Befragung der Schulen hinsichtlich ihrer Defizite. Hierbei wurden nach qualitativen Gesichtspunkten Schulen ausgewählt, deren Anlage sich am Besten zur Optimierung eignen. Hierbei musste berücksichtigt werden, dass im Rahmen des Projektes Solarsupport nicht alle Mängel behoben werden konnten, d.h. es konnten nur Schulen ausgewählt werden, deren technische Optimierung finanziell tragbar war. Dabei wurden zudem solche Projekte ermittelt, die für eine Nachnutzung durch andere Schulen interessant sind. Nachnutzbare Projekte oder Projektbestandteile wurden schließlich nach inhaltlichen und didaktischen Gesichtspunkten systematisiert und bilden die Grundlage für die Zusammenstellung der Good Practice. Auf dieser Basis wurden die Projekte von 28 Kooperationsschulen (v.a. Berlin/Brandenburg und Mittelfranken, aber auch bundesweite gute Beispiele) ausgewählt, von denen einige in der Broschüre vorgestellt werden und deren Anlagen teilweise optimiert wurden. Zum Projektende 2008 wird ein vollständiger Bericht veröffentlicht auf www.izt.de (WerkstattBerichte).

Abb.: Aufbau einer PV-Anlage auf dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Königs-Wusterhausen
Die wesentlichen Elemente einer Optimierung waren das Wiederherstellen der fehlerhaften Kommunikationsverbindung zwischen Wechselrichter und Datenlogger; das Aufschalten der Daten von der Photovoltaikanlage auf das Schul-Intranet, die Installation einer Anzeige zur Visualisierung der aktuellen Leistung, des Ertrags sowie der CO2-Einsparung der Photovoltaikanlage, die Installation von Sensoren zur Erfassung von Umweltdaten sowie eines Datenloggers zur Untersuchung der Photovoltaikanlage. In der folgenden Tabelle sind die Schulen, deren Anlagen optimiert wurden sowie die beispielhaften Schulen aus dem Bundesgebiet aufgeführt:
Schulen, deren Anlagen optimiert wurden
|
Beispielhafte Schulen |
- Fichtenbergoberschule (Berlin)
- Charlotte-Wolf-Kolleg (Berlin)
- Wilma-Rudolf-Oberschule (Berlin)
- Katholische Theresienschule (Berlin)
- Askanische Oberschule (Berlin)
- Grundschule an der Bäke (Berlin)
- Freie Montessori-Schule (Berlin)
- Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (Königs Wusterhausen, Brandenburg)
- Grundschule Biesenthal (Brandenburg)
- Oberschule Brieselang (Brandenburg)
- Hauptschule Schickedanz-Schule (Mittelfranken)
- Gymnasium Eckental (Mittelfranken)
- Staatliche Wirtschaftsschule Gunzenhausen (Mittelfranken)
- Johann-Sebastina-Bach-Gymnasium (Windbach, Bayern)
- Berufsschule Neutraubling I (Mittelfranken)
|
- Solaranlagen auf Oberstufenzentren OSZ (Berlin)
- Surheider Schule (Bremerhaven und Bremen)
- Grundschule Estorf (Niedersachsen)
- Europaschule Regine-Hildebrandt-Grundschule (Cottbus, Brandenburg)
- Wentzinger Gymnasium und Realschule (Freiburg, Baden-Württemberg)
- Grundschule „Am Pfefferberg“ (Biesenthal, Brandenburg)
- Gymnasium Neutraubling (Mittelfranken)
- Alexander von Humboldt-Schule (Viernheim, Hessen)
|