Das Projekt „Solarsupport“

Viele Energieversorger haben in den vergangenen zehn Jahren zahlreichen Schulen kostenlos Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung gestellt. Etliche Anlagen wurden auch mit Landes- und Bundesmitteln bzw. durch Stiftungen finanziert. Allein in Berlin befinden sich beispielsweise insgesamt 159 derartiger Schulen. Diese Anlagen haben im Allgemeinen eine Leistung von 1-2 kWp und speisen ihren Strom direkt in das Schulnetz ein, ohne dass die Schulen Einspeisevergütungen erhalten. Die Anlagen haben in erster Linie eine pädagogische Funktion: Sie sollen die Akzeptanz von erneuerbaren Energien bei Kindern und Jugendlichen verbessern. Die tatsächliche Energieerzeugung durch diese Anlagen ist dagegen von untergeordneter Bedeutung. Die erwarteten ca. 700 kWh elektrische Energie pro Jahr liegen im Promille-, maximal im Prozentbereich des Verbrauchs und fallen statistisch als Stromeinsparung bei den jeweiligen Einrichtungen kaum auf. Das Ziel des Projektes war es, exemplarisch dafür zu sorgen, dass Kinder- und Jugendeinrichtungen ihre Solaranlagen pädagogisch nutzen können. Hierzu wurden in dem Projekt die folgenden Schritte durchgeführt:


1. Istzustand- und Hemmnisanalyse

Zunächst erfolgte eine Recherche der Verbreitung schuleigener Anlagen, der Förderprogramme, der Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte sowie von Auswertungssoftware für Schulanlagen in den zwei Modellregionen Berlin-Brandenburg und Mittelfranken/Bayern. In einem zweiten Schritt erfolgt eine explorative Befragung von Lehrkräften hinsichtlich der Nutzung von Anlagen, der Hemmnisse (technisch, baulich, pädagogisch, organisatorisch) sowie der pädagogischen Einbindung der Anlagen. Die Ergebnisse wurden verdichtet und in einem Workshop "Schlafende Solaranlagen in Schulen und Jugendfreizeitheimen - Potenziale nutzen!" diskutiert.


2. Entwicklung und Verbreitung von Problemlösungen


Aus den zuvor recherchierten Anlagen werden 15 Anlagen ausgewählt, die hinsichtlich ihrer Nutzung optimiert wurden. Hierdurch sollte gezeigt werden, dass sich mit wenig Aufwand eine "schlafende Solaranlage" in eine nutzbare Anlage verwandeln lässt. Verbunden war diese Optimierung mit der Entwicklung und dem Test von Unterrichtseinheiten, um Lehrer/innen im pädagogischen Umgang mit der Anlage Hilfestellungen zu geben. Die recherchierten Beispiele wurden in einer Good Practice-Broschüre dokumentiert.


3. Verbreitung von Good Practice und Wettbewerb

Mit einer Kampagne unter Mitwirkung der wichtigsten Akteure für Schulsolaranlagen wurde zu einem Wettbewerb aufgerufen. Alle Wettbewerbsteilnehmer sollten Vorstellungen einbringen, wie sie ihre Anlage noch besser nutzen können. Unter den Wettbewerbsteilnehmern wurden als Hauptpreise die technische Optimierung der Solaranlagen sowie Unternehmensbesuche verlost.


4. Abschlusspräsentation im Rahmen eines Workshops

Auf einem abschließenden Workshop wurden die Projektergebnisse, insbesondere die Hemmnisse, die Optimierungswege sowie die Kriterien und Fallbeispiele für Good Practice vorgestellt. Gleichfalls erfolgten die Präsentation und Auszeichnung der Wettbewerbsgewinner.

 
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